Die Midlands und der Osten Irlands

Die Region der Midlands und der Osten Irlands umfassen insgesamt 8 Grafschaften, von denen jede ihre ganz eigenen Reize hat.
Die drei Counties Louth, Meath und Wicklow können mit wunderschönen Küstenstrichen und netten kleinen Seebädern aufwarten. Man sagt, dass die Wiege der irischen Geschichte und Kultur im Osten liege. Deshalb treffen Sie hier auch auf besonders viele Zeugnisse aus prähistorischer und frühchristlicher Zeit.
Die Grafschaften Kildare und Laois in der Mitte des Landes sind geprägt von saftigem grünen Weideland. Sanfte Hügelkämme, Flüsse und Seen runden das Bild ab.
Der River Shannon bildet die westliche Grenze der Counties Longford, Westmeath und Offaly und ist ein Eldorado für jegliche Art von Wassersport und Kabinenkreuzerferien.
Informationen über die einzelnen Regionen finden Sie bei der
Irischen Fremdenverkehrszentrale


Clonmacnoise

Ca. 20 km südlich von Athlone liegen malerisch an den Ufern des Shannon die Klosterruinen von Clonmacnoise. Um 545 n.Chr. gründete der heilige Ciaran hier ein Kloster, das sich in den nachfolgenden Jahrhunderten zu einem der bedeutendsten geistigen Zentren Irlands entwickeln sollte.
Noch im gleichen Jahr der Klostergründung verstarb der heilige Ciaran.
Seine Mitbrüder setzten jedoch alles daran, die Stätte in einen Hort der Gelehrsamkeit auszubauen. Bald hatte das Kloster den Rang einer geistlichen Universität und war bekannt für seine Handwerkskunst. Wertvolle Schriften wie z.B. die Annalen von Tighernach (11. Jh.) und das Book of the Dun Cow (12. Jh.) und auch sakrale Kunstgegenstände wurden hier angefertigt.
Wegen seines Reichtum war das Kloster häufig das Ziel von Angriffen und Plünderungen, hierbei wechselten sich Wikinger, Normannen und Iren selber ab.
Die Anlage bestand nicht aus einem planmäßig angelegten Kloster, sondern aus mehreren kleinen Kirchen, die sich wahllos auf dem Areal verteilten, und um die sich die Wohnstätten der Klosterbrüder gruppierten. Umgeben war das ganze vermutlich von einem Erd- und Steinwall.
Besichtigen lassen sich heute noch eine Kathedrale, neun Kirchen und zwei Rundtürme sowie eine ganze Anzahl wunderschöner Grabsteine und Hochkreuze.
Das 1993 errichtete Visitor Centre bietet neben den Ausstellungsräumen, in denen sich die originalen Überreste der Hochkreuze befinden (auf dem Gelände selber hat man diese gegen Replikate ausgetauscht, da der Sandstein zu sehr von den Umwelteinflüssen angegriffen worden ist), auch eine Multivisionsshow in verschiedenen Sprachen, die wirklich zu empfehlen ist. Es wird ausführlich über die Geschichte des Klosters und seines Gründers berichtet.
Geöffnet täglich von Mai - Oktober.
Vom Kloster aus hat man einen wunderbaren Blick über die flache Moorlandschaft und den Shannon. Es gibt sogar eine Anlegestelle für Kabinenkreuzer, die auch von Ausflugsbooten von Athlone aus angefahren wird.


Glendalough

Hauptattraktion der Wicklow Mountains ist die Klosterstätte Glendalough. Wunderschön platzieren sich die Ruinen an den zwei Seen, die dem Tal seinen Namen gegeben haben. Schon zur Bronzezeit gab es hier Besiedelungen.
Die Menschen seinerzeit lebten vom Abbau der zahlreichen Erzvorkommen und dürften den Berufsständen der Bergarbeiter und Schmelzer angehört haben.
Seit dem 6 Jh. erfreut sich das Tal eines besonderen Ruhms. Nachdem sich der heilige Kevin hier zunächst als Einsiedler niederließ, zog es immer mehr Geistliche an diesen malerischen Ort, so dass schon nach kurzer Zeit eines der bedeutendsten Klöster Irlands entstand. Die Geistlichen setzten sich aus verschiedenen Ständen zusammen. Die Mönche, zumeist Söhne Adeliger, waren in der Regel mit dem Abfassen und der Illustration von Erzählungen aus der Bibel betraut, während die Laienbrüder für die materielle Grundlage des Klosters sorgten.
Die Blütezeit dieser geistigen Stätte reichte bis in das 12 Jh. Die Gebäude am oberen See sind etwas schlichter und lassen vermuten, dass es sich hierbei um die ganze frühe Einsiedelei des heiligen Kevin handelt, während die Überreste am unteren Seeufer mit der Kathedrale und dem Rundturm noch heute die einstige Prächtigkeit des Klosters widerspiegeln.
Ein sehr sehenswertes Besucherzentrum dokumentiert anschaulich die Geschichte dieses religiösen Zentrums.
Geöffnet täglich von 09.00/09.30 - 17.00/18.00/18.30 je nach Reisemonat.


Hill of Tara

Ca. 10 km südwestlich von Newgrange befindet sich einer für das irisch-keltische Erbe bedeutendsten Orte, der Hill of Tara. Wissenschaftler fanden heraus, dass dem Ort schon in der Jungsteinzeit kultische Bedeutung zukam.
In der Eisenzeit gab es in Tara gleich mehrere Ringforts.
Man nimmt an, dass Priesterfürsten zunächst die Herrscher von Tara stellten. Historisch belegbar wird die Zeit der Priesterkönige jedoch erst mit der römischen Geschichtsschreibung. Überliefert ist zum Beispiel die üppige Hofhaltung des Cormac MacArt, der hier von 227 - 266 regiert haben soll und die Gebäude Taras in besonderer Pracht erstrahlen ließ. Vom 5. - 10. Jh. hatten die irischen Hochkönige hier ihren Sitz und hielten etwa alle drei Jahre Volksversammlungen ab, in denen Gesetze erlassen wurden. Auch Streitigkeiten unter den verschiedenen Stämmen wurden auf diesen Versammlungen vorgetragen und geschlichtet. Mit der Ausbreitung des Christentums verlor der Ort seine Bedeutung als Kultstätte, auch politisch ging es ab dem 10 Jh. bergab, so dass Tara im 11 Jh. aufgegeben wurde.
Symbolisch war der Ort jedoch stets im Gedächtnis der Iren verankert.
Im Jahre 1843 kam es hier zu einer Massenkundgebung des irischen Patrioten Daniel O'Connell, der seine Landsleute auf die Katholische Emanzipationsbewegung einschwor.
Manche Besucher werden zunächst enttäuscht sein, da außer künstlichen grünen Hügeln und Gräben nicht viel zu erkennen ist. Daher sollte man auf jeden Fall das Visitor Centre aufsuchen und zusammen mit der Diapräsentation seine Fantasie spielen lassen. Ein archäologischer Plan gibt ebenfalls Aufschluss über die einstige Größe dieser bedeutenden Stätte.

Locke's Distillery

24 km östlich von Athlone finden Sie in Kilbeggan eine der ältesten Whiskey-Destillerien Irlands. Gegründet wurde diese bereits 1757.
In der einstigen Whiskey-Brennerei ist heute das Locke's Distillery Museum untergebracht. Fast 200 Jahre lang wurde hier "Uisce baha", das Wasser des Lebens wie die Iren sagen, produziert.
1953 wurde die Produktion eingestellt. Nach einer Pause von fast 40 Jahren wurde auf Betreiben einer Bürgerinitiative die ganze Anlage liebevoll restauriert und in ein Industriemuseum umfunktioniert. Auf einem Rundgang werden die genauen Vorgänge des Produktionsprozesses demonstriert, wobei eine Whiskeyprobe zum Abschluss natürlich nicht fehlen darf.
Im Gegensatz zu den großen Whiskey-Destillerien, die es sonst in Irland zu sehen gibt, spiegelt sich hier eine gewisse persönliche Note wider.
Gebrannt wird der Whiskey allerdings bei Cooley's in Dundalk. Weil er jedoch in den Kellern von Locke's gelagert wird und dort seine notwendige Reife bekommt, darf er den Namen Kilbeggan Whiskey tragen.
Geöffnet täglich zwischen 10-17.00/18.00 Uhr, Sonntags von 14.-18.00 Uhr


Mellifont Abbey

In einer wunderschönen Landschaft liegen etwa 8 km nordwestlich von Drogheda die Ruinen der Abtei Mellifont Abbey. Das Kloster wurde 1142 auf Betreiben des Erzbischofs Malachy aus Armagh (hl. Malachy) gegründet und stellt die erste Zisterziensergründung auf irischem Boden dar. Erbaut wurde die Kirche im gotischen Stil Nordfrankreichs.
Später waren in ganz Irland 24 weitere Klöster dem Mutterhaus in Mellifont unterstellt. Malachius lernte in Frankreich bei Bernard von Clairveaux die Reformbewegung der Zisterzienser kennen, die sich wieder stärker an die kirchliche Hierarchie anlehnte und den Papst als einzige kirchliche Autorität anerkannte. Der Lebensstil der Zisterzienser war geprägt von Armut, harter Arbeit und Gebeten. Das Ende der Abtei kam mit der Säkularisierung unter Heinrich VIII. (Mitte 16. Jh.). Das Kloster wurde zu einem befestigen Wohnsitz der Earls of Drogheda umgebaut. Am besten erhalten ist das achteckige Wasch- und Brunnenhaus (Lavabo), welches durch ein unterirdisches Rohr mit dem Fluss verbunden war. Geöffnet von Mai - Oktober, 09.30/10.00 - 17.00/18.30 Uhr.


Monasterboice

Der heilige Buithe, der weniger bekannt ist als die anderen irischen Heiligen, gründete um 500 das Kloster Monasterboice. Es gehörte zusammen mit Glendalough und Clonmacnoise zu den wichtigsten frühchristlichen Klöstern.
Für eine kurze Zeit musste es sich den Eroberungen der Wikinger unterwerfen. Man nimmt an, dass dieses religiöse Zentrum im 12. Jh. aufgegeben wurde.
Zu besichtigen sind heute noch die Ruinen von zwei Kirchen, einem Rundturm ähnlich dem in Glendalough (jedoch ohne Helm), drei Hochkreuzen und zwei frühchristlichen Grabsteinen.
Die Hochkreuze aus Sandstein sind der Hauptanziehungspunkt der Besucher, wovon das Muiredach-Kreuz und das Westkreuz noch am besten erhalten sind.
Mit dem über 5 m hohen Muiredach-Kreuz entwickelte sich ein neuer Typus des irischen Hochkreuzes.
Auf allen Seiten des Hochkreuzes sind reliefartig biblische Szenen eingemeißelt, um die damals größtenteils leseunkundige Bevölkerung auf diese Weise mit der christlichen Lehre vertraut zu machen.
Das Westkreuz ist mit 6,45 m das größte erhaltene Hochkreuz Irlands. Es ist allerdings mehr verwittert, so dass nur noch wenige Szenen genau zu deuten sind.
Monasterboice liegt ungefähr 10 km nördlich von Drogheda und ist für den Besucher frei zugängig.


Mount Usher Gardens

Die Mount Usher Gardens nördlich von Wicklow nahe dem Dorf Ashford wurden 1868 von der Familie Walpole angelegt und seitdem ständig erweitert. Im Gegensatz zu Powerscourt wurde hier auf Ursprünglichkeit Wert gelegt.
Die Pflanzen, die aus aller Welt zusammengetragen wurden, sind in einer derart natürlichen Weise zueinander gefügt worden, dass man bei dieser Landschaftsarchitektur fast schon von einem romantischen Garten sprechen kann.
Kleine Hängebrücken und künstliche Wasserfälle sind harmonisch in die Pflanzenwelt integriert worden.
Geöffnet von März - Oktober.


Irish National Stud/Japanese Gardens

In Tully, 2 km östlich von Kildare, befindet sich das Zentrum der irischen Pferdezucht, das Irische Nationalgestüt (Irish National Stud). Es kann zusammen mit den Japanischen Gärten besichtigt werden.
Das Gestüt wurde um 1900 von dem Schotten Hall Walker gegründet, der die Pferdezucht auf eine etwas eigentümliche und exzentrische Art betrieb.
Er richtete sich bei der Haltung und der Zucht seiner Pferde ganz nach astronomischen Gesichtspunkten, da er davon überzeugt war, dass nicht nur die Menschen von den Gestirnen beeinflusst werden, sondern auch die Pferde. So wurde für jedes geborene Fohlen ein Horoskop erstellt. Waren die Sterne nicht günstig, so wurde das Tier verkauft.
Trotz dieser außergewöhnlichen Zuchtauswahl war das Gestüt erfolgreich und wurde im Jahre 1915 von Hall-Walker als Tausch gegen einen Adelstitel und einem Sitz im Oberhaus der britischen Krone vermacht. Fortan wurde es weiter als britisches Nationalgestüt betrieben und ging erst im Jahre 1943 in den Besitz des irischen Staates über, der hier in den nachfolgenden Jahren die Ziele der irischen Vollblutzucht weiterverfolgte.
Zu sehen bekommt man neben den leibhaftigen Pferden das Irish Horse Museum, welches im alten Deckhaus des Gestütes untergebracht ist und die Entwicklungsgeschichte des Pferdes bis in unsere Zeit dokumentiert. Berichtet wird auch über berühmte Rennpferde, von denen das irische Rennpferd Arkle wohl das bekannteste seiner Art in Irland ist. Das Skelett von Arkle kann noch heute dort besichtigt werden.
Einen Besuch lohnen auch die in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Japanischen Gärten aus dem Jahre 1906-1910, die mit zu den ältesten und schönsten Gärten ihres Typs in Europa zählen. Sie wurden im Auftrag von Lord Wavertree von dem japanischen Gärtner Tassa Eida angelegt und symbolisieren in 20 Stationen das menschliche Leben mit all seinen Höhen und Tiefen von der Geburt bis zum Tod.
In einer gelungenen Komposition wurden verschiedene Pflanzenarten mit Steinmonumenten und Skulpturen so angeordnet, dass sie je nach Wahl und Anordnung der Pflanzen unterschiedliche Lebensabschnitte wie z.B. Geburt, Hochzeit und Tod darstellen. Insbesondere die schlichte Schönheit dieser Gartenanlage spricht den Besucher an.
Öffnungszeiten des Irish National Stud/Japanese Gardens: von März bis Oktober täglich von 09.30 - 18.00 Uhr.


Newgrange/Knowth

Das County Meath, ursprüngliches Bauernland und das übersät von saftigen grünen Feldern und Wiesen ist, birgt wie keine andere irische Grafschaft so viele bedeutende Kulturgüter auf so engem Raum.
Man sagt, dass die Wiege der irischen Geschichte im Boyne Valley liegt.
Bekannteste Kulturdenkmäler sind die megalithischen Ganggräber Newgrange, Knowth und Dowth (Bru Na Boinne), die alle nicht weit entfernt der Boyne Schleife auf einer Anhöhe liegen. Sie wurden in der Trockenbauweise errichtet, d.h. die einzelnen Steine sind ohne Mörtel so aufeinander geschichtet worden, dass trotz widriger Wetterverhältnisse bis heute kein Wasser in das Innere der Grabanlage drang.
Das größte seiner Art ist Newgrange, welches auch im Innern besichtigt werden kann. Das Alter der Grabanlagen wird auf über 5000 Jahre geschätzt, damit sind sie älter als die ägyptischen Pyramiden.
Das Ganggrab wird von einem Hügel (cairn) umschlossen, der einen Durchmesser von ca. 90 Metern misst und eine Höhe zwischen 11 und 13 Metern hat. Mit der Freilegung dieses Denkmals wurde Mitte der 60er Jahre begonnen, und in den darauffolgenden Jahren wurde es umfassend renoviert.
Schon der Blick auf den äußeren Grabhügel ist sehr beeindruckend. Zwischen den teils reich verzierten Randsteinen erhebt sich eine 3 m hohe Verkleidung aus glänzenden Quarzsteinen und großen runden Granitkugeln. Sehr imposant ist auch der riesige Eingangsstein, der mit Spiral-, Rhomben-und Wellenlinienmustern übersät ist. Den Abschluss des Hügels bildet eine grüne Grasdecke. Das Grabmal im Innern des Hügels setzt sich aus einem Gang und einer Hauptkammer zusammen, von der wiederum drei Seitenkammern abgehen. Der Grundriss des Grabes ist erstaunlicherweise ähnlich der Form eines Kreuzes angelegt. Eine weitere Besonderheit dieses Ganggrabes ist eine schmale Öffnung oberhalb des Eingangs, durch das am Tag der Wintersonnenwende (am 21. Dezember) für nur ca. 15 Minuten Lichtstrahlen die sonst völlig dunkle Grabkammer erhellen.
Dieses Lichtschauspiel während der Wintersonnenwende wird dem Besucher auch an allen anderen Besichtigungstagen mit Hilfe einer künstlichen Lichtquelle nachsimuliert. Wer diese imposanten Denkmäler errichtet hat, haben Geschichtswissenschaftler bis heute nicht enträtseln können. Tatsache ist, dass die Kelten und später die Könige von Tara diese Bauten als letzte Ruhestätte für ihre Toten gewählt hatten.
Die Anlagen von Knowth und Dowth sind um einiges kleiner, und nur Knowth kann noch von außen besichtigt werden. Die Erforschung dieser beiden Gräber ist bis heute noch nicht abgeschlossen.
Eintrittskarten für die beiden Megalithgräber können nur im Visitor Centre erstanden werden, und da nur begrenzt Besucher zu den Monumenten zugelassen werden, ist ein frühzeitiges Erscheinen ratsam. Das Besucherzentrum ist relativ neu und informiert anschaulich über die Geschichte dieser Denkmäler, beschäftigt sich mit der Kultur der Steinzeitmenschen und bringt dem interessierten Betrachter die Arbeitsweise der Archäologen näher. Von dem Besucherzentrum wird man in Kleinbussen zu den National Monuments Newgrange und Knowth gebracht.
Ganzjährig geöffnet - die Öffnungszeiten variieren je nach Reisemonat.


Powerscourt Gärten und Wasserfall

Die Gärten von Powerscourt nahe dem hübschen Örtchen Enniskerry wurden Mitte des 18. Jh. im Spätbarock angelegt und zwischen 1843 und 1875 grundlegend umgestaltet. Heute präsentiert sich dem Besucher ein prachtvoller Garten im italienischen Stil mit Terrassenflächen und von Statuen geschmücktem Beiwerk. Ein Teich, riesige Hecken der in Irland angesiedelten Rhododendren, exotische Bäume und ein Japanischer Garten sind die Highlights dieses Landschaftsparks. Ebenfalls sehr beeindruckend ist der Powerscourt Waterfall, Irlands größter Wasserfall, in dem das Wasser des Flusses Dargle 120 m in die Tiefe stürzt. Powerscourt House, ein imposantes Gebäude aus Granit aus dem Jahre 1731, das den Mittelpunkt der Anlage bildete, brannte 1974 bis auf die Grundmauern nieder. Nur die Fassade blieb erhalten. 1997 wurde es nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wieder neu eröffnet und beherbergt jetzt ein Restaurant und Visitor Centre.
Geöffnet täglich von März - Oktober.


West Offaly Railway

Eine besondere Attraktion stellt die Clonmacnoise and West Offaly Railway dar, auch Bog Train (Torfzug) genannt. Die Betriebsbahn der Gesellschaft Bord Na Mona führt interessierte Besucher auf einer Strecke von 9 km über die Dämme des Abbaugebietes Blackwater Bog, der sich auf die Grafschaften Galway, Offaly, Roscommon und Westmeath verteilt.
Unterwegs werden Stops eingelegt, wobei die Landschaft mit ihrer einzigartigen Pflanzenwelt erklärt und ebenso das Thema Torfabbau und seine wirtschaftliche Bedeutung behandelt wird. Dabei kann Mann oder Frau auch das eigene Können als Torfstecher unter Beweis stellen.


Wicklow Mountains

Die Wicklow Berge südlich von Dublin mit ihren tief eingeschnittenen Tälern und einsamen Höhenzügen sind ein landschaftliches Kleinod. Hier findet man im Gegensatz zu anderen Teilen Irlands noch einen reichen Waldbestand.
Heide, Laub- und Nadelwald wechseln einander ab. Hochmoore, klare Seen und imposante Wasserfälle runden das prachtvolle Panorama ab.
Irlands zweithöchster Berg, der 926 Meter hohe Lugnaquillia, befindet sich in den Wicklow Mountains.
Dem Naturliebhaber bietet sich hier eines der schönsten Wandergebiete im Osten Irlands.
Das Gebiet ist reich an Erzen, und schon in prähistorischer Zeit wurde hier Gold abgebaut.
An den sanften Hanglagen, die sich nach Nordosten hin zur Küste erstrecken, hat der anglo-irische Adel prächtige Landsitze errichtet. Dort finden sich auch zwei der schönsten und prachtvollsten Gärten Irlands, Powerscourt Gardens und Mount Usher Gardens.


Arklow, Co. Wicklow

Die ca. 8500 Einwohner zählende Stadt an der Mündung des Avoca Flusses in die irische See ist eine quirlige Stadt mit einer hübschen Uferpromenade.
Der Ort hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Der heilige Patrick soll hier an Land gegangen sein, um dann in Irland zu missionieren.
Eine Düngemittelfabrik, Werften und Töpferein stellen heute die wirtschaftliche Grundlage der Stadt dar. An Sehenswürdigkeiten hat Arklow nicht allzu viel zu bieten. Ein kleines Marinemuseum und das Glockenspiel der St. Saviour's Church sind erwähnenswert. Die Umgebung von Arklow lohnt allerdings einen Besuch.
Der lange Sandstrand von Britta's Bay zählt zu den schönsten an der irischen Ostküste, und das Tal von Avoca ist bekannt für die Avoca Handweavers, eine Webereikooperation, die sich bereits zu Beginn des 18. Jh. hier niederließ. Wer ein besonders schönes und ausgefallenes Exemplar irischer Web- oder Strickkunst sucht, sollte einen Besuch der Avoca Weavers einplanen. Auch verschiedene Töpfereien sind in dem Tal ansässig.


Athlone, Co. Westmeath

Athlone (ca. 12.000 Einwohner) liegt fast zentral in der Mitte der Insel. Die Stadt am Shannon war und ist auch heute noch ein Verkehrsknotenpunkt, bei dem in unseren Tagen der Eisenbahnverkehr und der Bustransport eine übergeordnete Rolle spielen. Schon in früheren Jahrhunderten war der Shannon als Verkehrsweg und Handelsstraße von großer Bedeutung. Bereits auf der Landkarte des griechischen Astronoms und Geographen Ptolemäus (100-160 n.Chr.) war der Shannon verzeichnet. Die Normannen erkannten die strategische Lage der damaligen Siedlung und errichteten Anfang des 13. Jahrhunderts Athlone Castle, das bis 1922 unter britischer Herrschaft stand.
In der Burg ist heute ein Museum eingerichtet, das die Geschichte der Stadt beleuchtet sowie in der naturkundlichen Abteilung auf die Flora und Fauna der nahen Shannonregion eingeht. Außerdem wurde dem berühmtesten Vertreter der Stadt, dem Tenor John McCormack (1884-1945) ein besonderes Kapitel gewidmet. Das Visitor Centre ist geöffnet von Mai - September.
Athlone ist aufgrund seine Lage am Shannon und der Nähe zum Lough Ree natürlich zum Treffpunkt der Bootsurlauber avanciert. In den Sommermonaten hat so mancher Mühe, noch einen Liegeplatz zwischen all den Kabinenkreuzern zu erhaschen.


Athy, Co. Kildare

Athy ist die größte Stadt der Grafschaft Kildare, am River Barrow gelegen. Der Barrow ist ein ruhiger, eher etwas unbekannterer Fluss, der aber deswegen nicht weniger attraktiv ist. In Athy ist viel von der historischen Bausubstanz erhalten geblieben. Der massive rechteckige Turm von White's Castle überragt die kleine Marktstadt und wurde im 16. Jh. zum Schutz der Brücke erbaut.
Ebenfalls ein Bollwerk der Verteidigung war Woodstock Castle (13. Jh.), von dem allerdings nur noch wenige Überreste zu sehen sind.
Sehenswert ist auch das Court and Market House (ehemaliges Gerichts- und Marktgebäude) im georgianischen Stil (18. Jh) in dem heute die örtliche Feuerwehr untergebracht ist. Angelliebhaber und Freunde des Bootsurlaubes haben an der Gegend um Athy sicherlich ihre Freude. Der Barrow wird von Kennern als eines der schönsten Reviere für Flusskreuzfahrten in ganz Europa beschrieben. Auf ca. 100 km fließt ein schmaler Strom durch eine pittoreske Landschaft. Große Baumbestände (für Irland eher ungewöhnlich) säumen den Uferbereich. Die größeren Anlegestellen Monastereven, Athy und Bagenaltstown bieten dem Bootsreisenden ein reiches Angebot an Einkehrmöglichkeiten wie Restaurants, Pubs. Sportliche Aktivitäten wie Golf stehen ebenfalls hoch im Kurs. Historische Sehenswürdigkeiten laden zu Besichtigungen ein.


Drogheda, Co. Louth

Drogheda ist mit ca. 24.000 Einwohnern eine recht geschäftige Stadt, die sich unweit der Mündung des River Boyne in die irische See befindet, etwa 5 km landeinwärts. Bedeutende Sehenswürdigkeiten hat die Stadt nicht zu bieten, dafür kann sie eine bewegte Geschichte vorweisen. Drogheda wurde um 911 von den Wikingern gegründet und entwickelte sich bald zu einer der größten Städte des Landes. Im 14. und 15. Jahrhundert war sie eine der vier Hauptstädte Irlands. Im Jahre 1465 wurde Drogheda Universitätsstadt und besaß das Münzrecht. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurde die Stadt mehrmals Schauplatz von Eroberung und Verfolgung. 1649 nahm Oliver Cromwell die Stadt ein, worauf es in Folge zu blutigen Massakern kam, bei denen mehr als 3000 Menschen getötet wurden. 1681 wurde der Erzbischof von Armagh, Oliver Plunkett (1628-81), Opfer von aufgebrachten Protestanten, die eine päpstliche Verschwörung witterten. Er wurde in der Nähe von London hingerichtet und ist Irlands einziger Märtyrer. Sein einbalsamiertes Haupt wird heute als Reliquie in der St. Peter's Church in Drogheda aufbewahrt.
1690 wurde die Stadt nach der Schlacht am Boyne, in der Anhänger Jakobs II. gegen die Truppen Wilhelms von Oranien kämpften, nochmals das Ziel von Plünderungen, nachdem die Katholiken als Verlierer aus der Schlacht hervorgingen. In viktorianischer Zeit erlebte Drogheda ein kleines Wirtschaftswunder; Eisengießereien und Textilmanufakturen entstanden und gaben so den Menschen ein gewisses Auskommen.
Heute gibt es nur noch eine Zementfabrik, deren Staubschleier so manches mal auf den Häuserfassaden wiederzufinden ist.


Dundalk, Co. Louth

Die Hafenstadt Dundalk mit 30.000 Einwohnern liegt an der irischen See und war aufgrund ihrer Nähe zu Nordirland stets ein Rückzugsort für Sympathisanten der IRA. Bereits in prähistorischer Zeit stand hier eine Festung, aus deren Namen später Dundalk wurde. Im 12. Jh. wurde an der Stelle der heutigen Stadtbücherei ein Augustinerkloster gegründet, von dem heute allerdings nur noch die Gewölbe erhalten sind. Um dieses Klosters herum dehnte sich dann nach und nach die Ortschaft aus. Die Stadt besteht heute u.a. aus hübschen Backsteinhäusern, von denen das Court House (Gerichtsgebäude) und die Town Hall (Rathaus) besonders sehenswert sind. Um den Ort herum führt eine Umgehungsstraße, so dass die Innenstadt verkehrsberuhigt ist. Interessant ist auch das Museum, das im früheren Lagerhaus einer Tabakfabrik untergebracht ist und über die Geschichte der Stadt seit der Industriellen Revolution berichtet.
Geöffnet: Dienstag - Samstag von 10.30 - 17.30 Uhr.


Kildare, Co. Kildare

Das County mit dem gleichnamigen Hauptort ist die Heimat der irischen Pferde.
Nirgendwo in Irland trifft man Gestüte so zahlreich an.
The Curragh nennt sich Irlands größtes zusammen hängendes Weidegelände zwischen Newbridge und Kildare gelegen. The Curragh heißt ebenfalls der bekannte irische Rennplatz nahe Kildare, auf dem jedes Jahr Ende Juni das Irish Derby stattfindet. Die Ortschaft Kildare war einst auch ein Zentrum der frühchristlichen irischen Kirche. Die heilige Brigid, die neben St. Patrick ebenfalls als "Nationalheilige" Irlands verehrt wird, gründete hier ein Doppelkloster für Nonnen und Mönche. Die Leitung übernahmen gleichberechtigt ein Abt und eine Äbtissin.
Der Legende nach unterhielten die Nonnen ein "ewiges Feuer", das erst mit der Auflösung des Klosters erlosch.
Sehenswert ist die Kathedrale (13. Jh.), die der heiligen Brigida geweiht wurde. Auf dem Friedhof neben der Kathedrale befindet sich ein gut erhaltener Rundturm, dessen Original-Dach jedoch durch einen modernen Abschluss ersetzt wurde.


Shannonbridge, Co. Offaly

Das kleine Dorf Shannonbridge hat seine einstige strategische Bedeutung am Ufer des Shannon verloren, dafür aber steht der Ort als Beispiel für eine erfolgreiche Energiegewinnungsart, dem Torfabbau. Etwa 1/7 der Grünen Insel besteht aus Moorflächen.
Man unterscheidet zwischen Hoch- und Deckenmooren bzw. Flachmooren. Die Hochmoore machen den Großteil der Moore aus und befinden sich in der zentralen Mitte Irlands, dort wo auf den Kalksteinebenen das viele Regenwasser nicht schnell genug abfließen kann. Sie werden bis zu 7 Meter mächtig, während die Deckenmoore meist nur eine Dicke von 2 Metern erreichen. Deckenmoore trifft man vorwiegend im irischen Westen und an den Berglagen an. Sie machen nur knapp 8 % der gesamten Torfflächen Irlands aus. Torf wird an vielen Stellen in Irland immer noch traditionell mit der Hand gestochen. Man verwendet dazu einen Spaten mit einem langen schmalen Blatt. Die gestochenen Soden werden zum Trocknen gestapelt, später mehrfach gewendet und schließlich als Brennstoff für den hauseigenen Kamin verwendet. Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts werden die großen Moorflächen der Midlands von der halbstaatlichen Torfabbaugesellschaft Bord Na Mona industriell abgebaut. Große Maschinen schälen Schicht für Schicht ab und werfen sie als "Würfel" wieder aus. Diese so genannten Soden werden getrocknet, zermahlen und zu Briketts gepresst oder aber in kleinen Kraftwerken in Elektrizität umgewandelt.


Trim, Co. Meath

Trim ist eine kleine hübsche Marktstadt, die mit einigen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann. Im Jahre 1172 errichtete Hugh de Lacy unter Heinrich dem II. hier eine gewaltige Burg, von der heute noch die Außenmauern mit drei quadratischen Türmen sowie 5 Rundtürmen auf der Umfassungsmauer erhalten sind. Es ist die größte Burg in Irland aus normannischer Zeit.
In der Mitte des 17. Jh. wurde Trim Castle zunächst von den Katholiken gestürmt und zwei Jahre später von Cromwells Truppen erobert und verwüstet.
Die Burg dient heute hin und wieder als Filmkulisse, wie z.B. für den Film "Braveheart". Das Wahrzeichen von Trim ist der Yellow Steeple (Gelber Turm), der einzige verbleibende Rest einer Augustinerabtei aus dem 14. Jh. In unmittelbarer Nähe liegt Talbot Castle, die zweite Burg Trims aus dem 15. Jh., die mehrfach restauriert wurde und sich für kurze Zeit im Besitz des Schriftstellers Jonathan Swift befand.
Wunderschön sind auch die Butterstream Gardens, die der Archäologe Jim Reynolds vor mehr als 20 Jahren in eigener Regie anlegte. Gelungen ist ihm eine Kombination verschiedener Gärten (wie z.B. Rosengarten, Herbstlaubgarten, klassischer italienischer Garten), die einen Vergleich mit anderen bekannten Anlagen moderner Gartenbaukunst nicht zu scheuen braucht.
Geöffnet täglich von 11-18.00 Uhr April - Oktober.