Reisebericht

Abenteuer Irland: Mit Bobby und dem Planwagen durchs grüne Herz der Insel

Mit dem Pferdewagen durch das Herz Irlands

01.07.2026

von Christine H.Christine H.

01.07.2026

Anreise
Wir hatten uns entschieden die bequeme Variante mit Taxiservice vom Flughafen zu buchen. Das ist wirklich empfehlenswert und der freundliche Fahrer hat sich bereits am Abend vorher bei uns gemeldet und alles hat super geklappt.

Erster Eindruck
Als wir bei der Basisstation ankamen wurden wir sehr freundlich von den Gastgebern und ihrem Hund Jeff empfangen. Der Zustand der Basisstation war leider zu diesem Zeitpunkt in unseren Augen alles andere als in einem guten Zustand. Man sah die liebevollen Ideen auf dem Gelände, aber auch wieviel Arbeit hier noch nötig ist. Ian der jetzige neue Besitzer ist aber eifrig am Ausbessern und in Stand setzen. Man muss hier auch anmerken, dass wir seine ersten Gäste waren.

Unterkunft und Verpflegung
Das Wetter war die gesamte Woche typisch irisch mit 4-6 mal Regen am Tag und danach wieder Sonnenschein. Es hat einfach perfekt gepasst. Da der Planwagen natürlich keine Heizung hat, hieß es in der Nacht, gut ins Bettzeug kuscheln. Das Bettzeug war komplett neu und sehr gut und es waren auch Wärmflaschen bereitgelegt, welche wir aber nicht brauchten. Ansonsten ist die Einrichtung wirklich sehr spartanisch, aber man kommt aus und es gibt mehr als ausreichend Taschenlampen.

Auf dem Weg zur Basisstation machten wir noch einen Stopp beim „Supermarkt“. Hier sei gesagt, bitte alles was für eine Woche benötigt wird einkaufen, denn danach gibt es auf der Strecke nur noch einen sehr kleinen Ministore. Wir wussten dies nicht und haben daher nur für 3 Tage eingekauft.

Hogans Pub selber war super und ist wirklich eine Pflicht auf dieser Rundreise (super Essen und auch Frühstück). Wir konnten zwar die Toilette des Pubs nutzen (zu den Öffnungszeiten), aber Dusche oder einen Waschraum gibt es nicht. Wir waren am Samstag dort und es gab am Abend Livemusik, einfach herrlich. Unser liebes Pferd Bobby, hatte einen Platz auf einer wunderschönen Wiese daneben gefunden. Beim Frühstück hat sie uns sogar noch löslichen Kaffee, Tee, Zucker, Milch, Kekse und Erfrischungstücher für die ganze Woche eingepackt, da sie meinte die Dinge sind hier sehr teuer.

Castletown Hall, der Fluss daneben ist wunderschön und wenn man es vorher weiß, könnte man hier sogar eine Kanufahrt buchen. Es war für Bobby ein kleiner feiner Platz gerichtet, da das Gras aber sehr gering war, sind wir in der Früh noch mit Bobby „Gassi gegangen“ um zu grasen. In der Ortschaft ist auch ein kleiner Pub, in dem wir etwas trinken konnten und lustig mit den Einheimischen gequatscht haben. In dieser Ortschaft ist auch noch die einzige Gelegenheit etwas an Lebensmitteln zu kaufen. Das Geschäft ist winzig und es hieß gut planen, was wir nun in den nächsten Tagen essen sollten, da unsere Zubereitungsmöglichkeiten auch sehr gering waren. (Kein Kühl-/ Gefrierschrank, kein Backofen, keine Mikrowelle) Wir kauften somit hauptsächlich, Dosen, Nudeln und fertige Reisgerichte. Allerdings gab es auch hier alles für ein irisches Frühstück und damit kommt man gut über die Runden.
Phelans Hostel: Dies ist ein Hostel und ein Gestüt. Kurz nach unserer Ankunft kam auch Ian vorbei und hat sich auch alles angesehen. Die sanitäre Einrichtung ist einfach aber sehr gut (heiße Dusche und Strom). Das Hostel hat alles, was "man" und Pferd benötigt. Es gibt soooooo viel Platz und Bobby hatte eine Koppel von unvorstellbarer Größe. Zum Glück ist Bobby so ein Schatz und es war am Morgen kein Problem Ihn einzufangen. (Er stand am Ende des Zauns und hat sich mit den Pferden auf der anderen Seite „unterhalten“.) Hier haben wir vom Besitzer auch mit Augenzwinkern erfahren, dass der wichtigste Gegenstand in Irland eine Schnur ist, denn damit kann alles zusammengehalten werden.
Clough: Hier merkte man eindeutig, dass wir die ersten Gäste waren. Ian war mit seinem Sohn gerade erst daran etwas für uns herzurichten als wir eintrafen und für Bobby eine Weide einzuzäunen und das hüfthohe Gras etwas zu bändigen. Nach ca. einer Stunde war dann soweit etwas gerichtet. Das alte Herrenhaus "Cuffsborough House" wird von einem jungen, ambitionierten Künstlerpärchen bewohnt. Sauberkeit und sanitäre Einrichtung gab es hier eigentlich nicht, (eine Art mobile Toilette wurde für uns von Ian gerade aufgestellt, wir gingen aber lieber in die Büsche) aber dennoch hat der Charme alles wettgemacht. Die Besitzerin hat uns auch eine kleine Führung dieses riesigen, verwunschen wirkenden Hauses angeboten, welche wir mit Freude annahmen. Danach hatten wir für alles viel mehr Verständnis, denn auch im Haus gibt es noch kein richtiges Badezimmer. Sie sind gerade erst beim Ausbau und leben dennoch bereits seit 3 Jahren darin. Da Ian und seine Familie zu Fuß nur wenige Minuten entfernt wohnen, wurden wir eingeladen, Bobbys Kumpel kennen zu lernen.
Tinas: Dies ist das Haus von Ians Tochter. Hier war alles, mit einer schriftlichen Nachricht, sehr gut von ihr vorbereitet und am Abend als sie heimkam, hat sie uns sehr freundlich begrüßt und wir durften ihr Badezimmer benutzen. Danach ging es zurück zur Basisstation. Hier hatte Ian inzwischen eine Dusche mit heißem Wasser installiert und den letzten Abend mit uns mit Lagerfeuer ausklingen lassen. Es war herrlich auch wenn bereits der Abschiedsschmerz von Bobby nahte.

Reitprogramm und Pferde
Die erste Begegnung mit Bobby (unser zugewiesenes Pferd), der frei auf der Anlage graste war so schön, dass alles andere darum verschwamm. Am kommenden Morgen ging es pünktlich, wie vereinbart um 10:00 Uhr los. Zuerst machten wir einen kleinen Spaziergang mit Bobby, um uns besser kennenzulernen, danach kam die alte Besitzerin (sie ist eine ausgewanderte Deutsche), um uns und auch den neuen Besitzern alles genau zu erklären und einspannen zu helfen. Danach wurde uns auf einer Karte die Route erklärt und dann ging es mit viel Freude los. Weite, grüne Flächen mit kleinen Steinmauern, Hecken, grasenden Kühen, Schafen und Häschen säumten ab nun die ganze Woche unseren Weg. Dazwischen alte Ruinen aus Stein und die typisch, idyllischen Häuser dazwischen lockerten das Landschaftsbild auf. Die gesamte Gegend erscheint wie aus dem Bilderbuch. Die Straßen auf der Route sind alle sehr ruhig, sehr schmal und gemütlich gewählt. Alle Autofahrer die uns begegneten waren sehr freundlich und geduldig und haben gegrüßt, wenn wir sie vorbeiließen. Keiner hat je gehupt oder geschimpft, wenn es etwas länger dauerte. Am Tag der Abreise verabschiedeten wir und mit Tränen in den Augen mit Karotte und Apfel von unserem lieben Bobby. (Diese beiden Leckerlies haben wir täglich für Bobby parat gehabt.)

Betreuung
Ian hat auch am ersten Abend gleich gefragt, ob wir ein Lagerfeuer machen möchten und uns hierzu einen Platz gerichtet. Ich möchte hier kurz erwähnen, dass mein Freund und ich in einem historischen Westernverein sind und entsprechend die Tage in dieser Kleidung verbracht haben. Was bei den Menschen, denen wir auf dieser Reise begegneten, sehr gut ankam, besonders bei unseren Gastgebern. Sollte man eine Kleinigkeit wie Salz oder Tee beim ersten Einkauf vergessen haben, so hat uns Ian und seine Familie sehr liebevoll damit ausgeholfen. Die Leute sind hier einfach fantastisch und unbeschreiblich gastfreundlich (besonders Mary).
 

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